Teil 2 - Digitales Marketing: 7 Fragen aus der BusPraxis
Aktualisiert: 26. Aug.

4. Macht es wirklich Sinn für Busunternehmen, einen Newsletter zu erstellen?
Die Frage muss erlaubt sein: "Braucht die Welt wirklich noch einen zusätzlichen Newsletter?" Erst recht, wenn man davon ausgehen muss, dass heutzutage mehr Newsletter ungeöffnet gelöscht, als gelesen werden. Ist es daher schlau, in deinem Busunternehmen einen weiteren Newsletter zu erstellen und auf die Kunden loszulassen?
Vielleicht überraschend - aber die Antwort ist JA. Und dieses JA lässt sich durch Zahlen zweifelsfrei belegen. Aber: dieses JA gilt leider nur für Newsletter, die inhaltlich wohlüberlegt aufgebaut sind. Ist das der Fall, ist dein Newsletter das effektivste digitale Verkaufswerkzeug für deine Reisen. Er lässt Social Media (welches an sich ja kein explizites Verkaufswerkzeug ist) deutlich hinter sich. Auch gegenüber Inseraten hat ein Newsletter, zusätzlich zu den geringeren Kosten, eine Reihe weiterer Vorteile.
Ein weiteres Argument spricht klar für einen Newsletter: Du hast einen direkten Kommunikations- und Verkaufskanal zu deinen Kunden, der dir gehört. 2.500 Follower auf Facebook sind eine tolle Sache - aber eben nur solange a) deine Kunden auf Facebook sind, b) solange Facebook funktioniert und c) solange Facebook dich bzw. dein Busunternehmen die Plattform nutzen lässt. Alles kann passieren. Und dann kann es von existenzieller Bedeutung für dein Unternehmen sein, einen funktionierenden, kostengünstigen Draht zu den Kunden zu haben. Die Corona-Zeit hat das vielen Busunternehmen recht brutal veranschaulicht.
5. Lohnt sich für mein Busunternehmen Werbung auf Google?
So eindeutig wie beim Newsletter oder Social Media auf Facebook und Co. ist mein JA hier nicht. Auf Google-Ads eine Kampagne zu starten, ja, das geht sehr einfach. Schritt für Schritt wird man durch den selbsterklärenden Einrichtungsprozess geleitet. Wo also liegt das Problem?
Anders als bei Facebook, wo du im Idealfall mit der Seite deines Busunternehmens bereits eine eigene Followerschaft von mehreren hundert oder tausend Personen hast, und anhand dieser potentielle Neukunden sehr zielsicher ansprechen kannst, braucht eine Google Werbekampagne mehr Know-How und Aufmerksamkeit, um die richtigen Personen anzusprechen und somit für dich auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Dies beginnt mit einer Keyword Analyse, um sicherzustellen, dass deine Werbeanzeigen überhaupt bzw. möglichst genau deiner Zielgruppe angezeigt werden. In weiterer Folge ist eine laufende Auswertung der Ergebnisse und Optimierung der Werbemaßnahmen ratsam.
Fazit: Bei deinen Überlegungen zu Werbung auf Google fragst du dich am besten zuerst, wie viel Zeit (wenn du es selbst machst) oder wie viel Geld (wenn du Profis beauftragst) du mit deinem Busunternehmen in eine Google-Ads-Kampagne investieren möchtest (und kannst). Schneller als bei anderen digitalen Werbemöglichkeiten besteht nämlich die Gefahr, sich zu verzetteln oder einen Teil deines Marketing-Budgets zu verbraten, ohne überhaupt Personen anzusprechen, die als Kunden für dein Busunternehmen in Frage kommen.
6. Online Marketing für Kleinstbetriebe in der Busbranche?
"Wir sind im Busunternehmen nur zu zweit, die anderen sind Aushilfsfahrer. Zahlt sich der ganze Social Media-Aufwand für uns überhaupt aus? Oder ist der Zug eh schon abgefahren, wenn wir bis jetzt nichts in die Richtung getan haben?" (Aussage einer Busunternehmerin)
Die entscheidende Frage lautet weniger, ob dein Busunternehmen Social-Media braucht, sondern ob dein Busunternehmen Mundpropaganda braucht.
Allgemein gilt ja, dass speziell für kleine Unternehmen, egal in welcher Branche, Mundpropaganda von überdurchschnittlich großer Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg ist. Früher wie heute. Wenn Mundpropaganda früher im persönlichen Gespräch im Gasthaus oder wo auch immer stattgefunden hat, heute findet genau dieser Austausch auf Social Media statt. Und er funktioniert nach dem gleichen Schema wie ein Gespräch: der Eine postet (sagt) etwas, der Andere likt (stimmt zu) oder kommentiert (antwortet) oder teilt den Beitrag (erzählt es weiter).
Fazit: Mundpropaganda besteht weiter, nur der Ort, an dem sie stattfindet, hat sich verlagert. Von offline hin zu online. Deswegen, ein klares JA zu Social Media für alle kleinen Busunternehmen, die der Meinung sind, dass Mundpropaganda für sie wichtig ist.
Ein weiteres Argument: Für Klein- und Kleinstunternehmen gilt das selbe wie für Privatpersonen: Social Media bietet uns allen die Möglichkeit, sich kostengünstig Gehör und Sichtbarkeit zu verschaffen. Mit geschickter Social Media Arbeit kann sich jeder von uns eine Followerschaft von tausenden Personen aufbauen und diese ohne großes Marketing Budget erreichen. Das war früher so nicht möglich. Heute ist es eben die Chance für alle (Unternehmen).
7. Reisekunden in deiner Nachbarschaft über das WORLD WIDE WEB erreichen?
Klingt im ersten Moment etwas widersprüchlich. Aber die Möglichkeiten, gezielt Personen im geografischen Umfeld des Busunternehmens anzusprechen, sind sehr umfangreich. Leider wird diese Chance im Onlinemarketing von Busunternehmen noch nicht voll genutzt. Das ist zumindest mein Eindruck.
Natürlich kannst du auch mit einem Postwurf z.B. anhand der Postleitzahlen die zu bewerbende Region abgrenzen. Lokales Online-Marketing bietet dir aber den zusätzlichen Vorteil, bei einem Bruchteil des Kostenaufwands, das ganze Jahr hindurch bei den Menschen in einem bestimmten Radius um dein Busunternehmen herum oder in deinem definierten Einzugsgebiet mit deiner Werbung präsent zu sein.
Durch die mittlerweile weit verbreiteten lokalen Suchen via Smartphone wie z.B. „Taxi in der Nähe“ oder „Busunternehmen in Salzburg“ bist du genau dann da und sichtbar, wenn du gebraucht wirst.
Voraussetzung ist, dass dein Busunternehmen in den wichtigsten Online-Verzeichnissen und Suchmaschinen sowie den gängigen Social-Media-Kanälen mit vollständiger Adresse (!) eingetragen ist. Deine Einträge sollten einheitlich und korrekt sein, denn damit erhöhst du zusätzlich automatisch das Suchmaschinen-Ranking.
Ein absolutes Muss ist für ein Unternehmen heutzutage das Befüllen des kostenfreien Unternehmensprofils auf Google (ehemals Google My Business). Damit ist dein Busunternehmen auf Google Maps und Google Suchergebnissen gut auffindbar und bietet darüber hinaus Zugang zu vielen suchmaschinen-relevanten Übersichtsseiten. Als dort eingetragenes Busunternehmen erscheinst du nicht nur mit Text in der Google-Suche, sondern auch mit Bild, Text, Öffnungszeiten und einem direkten Kontakt.
Mein Angebot
Zu allen Themen in diesem Blogbeitrag stehe ich deinem Busunternehmen gerne tatkräftig zur Seite. Entweder durch Erstellung von Inhalten, strategisch beratend oder schulend für dich und deine Mitarbeiter.
Am besten, wir reden einfach bei Gelegenheit.
Bustouristische Grüße
Gerhard
Auf dem Laufenden bleiben
Du möchtest künftig relevante Beiträge bequem in deinem Postfach finden?





Kommentare