Der Reisekatalog und der QR-CODE
Aktualisiert: 26. Aug.
Das Wichtigste in Kürze: Der QR-Code verbindet den gedruckten Reisekatalog mit deinen digitalen Angeboten — Newsletter-Anmeldung, Landingpage, Gewinnspiel oder Video. Das ist kein Nice-to-have: Laut BTE/DWV-Wanderstudie 2024 ziehen nur 33 % der Wandernden ihre Inspiration aus digitalen Medien, zwei Drittel also nicht. Der Katalog bleibt Hauptkanal — der QR-Code macht ihn messbar.
„Entdecke mehr!“ Diese oder eine ähnlich lautende Aufforderung in Kombination mit einem aus Punkten zusammengesetzten Code — das kennt man. Da er von jedem Smartphone direkt mit der Kamera eingelesen werden kann, ohne eigene Scan-App, ist der QR-Code aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Erfunden wurde er 1994 vom japanischen Unternehmen Denso Wave, ursprünglich für die Bauteilverfolgung in der Automobilproduktion. Er ist damit älter als die meisten Menschen glauben — und jünger geblieben als viele Werkzeuge, die nach ihm kamen.

Warum der gedruckte Reisekatalog nicht ausgedient hat
Zwei Drittel der Reiseinteressierten werden nicht digital inspiriert. Die BTE-Wanderstudie 2024, erstellt von BTE Tourismus- und Regionalberatung gemeinsam mit dem Deutschen Wanderverband, kommt zu dem Ergebnis, dass nur 33 % der Wandernden ihre Inspiration aus digitalen Medien ziehen. Bei einer Zielgruppe, die dem typischen Busreisepublikum nahe kommt, ist das ein deutliches Signal.
Quelle: BTE/DWV, Wanderstudie 2024, n = 334, Bevölkerungsstichprobe.
Der gedruckte Reisekatalog war und ist in unserer Branche das wichtigste Werkzeug im Verkauf. Sich ändernde Erwartungen der Reisegäste und günstigere, flexiblere Formen der Werbung setzen ihn aber unter Druck — vor allem über die Frage, was er kostet und was er nachweislich bringt.
Und genau da liegt sein eigentliches Problem: Ein Katalog ohne QR-Codes ist nicht messbar. Du weißt nicht, welche Seite gewirkt hat, welche Reise Interesse ausgelöst hat und wie viele Menschen überhaupt reagiert haben. Du erfährst es erst, wenn jemand anruft — oder eben nicht anruft.
Wofür kannst du QR-Codes im Reisekatalog einsetzen?
Newsletter-Anmeldung. Der wichtigste Einsatz überhaupt. Der Katalog liegt auf dem Küchentisch, die Anmeldung dauert zwanzig Sekunden — und du bekommst eine Adresse, die dir gehört und nicht der Plattform.
Landingpage zur einzelnen Reise. Mehr Bilder, aktueller Preis, freie Plätze, direkte Anfragemöglichkeit. Der Katalog bleibt schlank, die Tiefe liegt online.
Gewinnspiel. Niedrige Hürde, hohe Teilnahme — und ein sauberer Weg, Kontaktdaten mit Einwilligung zu sammeln.
Imagevideo oder Fahrervorstellung. Zeigt die Menschen hinter dem Unternehmen. Genau das, was im Print nicht geht.
Bewertungsaufruf. Ein QR-Code im Bus oder auf dem Reisedokument führt direkt zum Google-Profil. Bewertungen entstehen dort, wo die Zufriedenheit gerade am größten ist — auf der Heimfahrt.
Sei kreativ — aber nicht beliebig. Jeder Code braucht einen erkennbaren Grund zum Scannen.
Was einen guten QR-Code im Katalog ausmacht
Ein QR-Code ohne Versprechen wird nicht gescannt. Vier Punkte aus der Praxis:
1. Schreib dazu, was passiert. „Katalog 2027 vorbestellen“ wirkt, ein nackter Code nicht.
2. Verwende dynamische Codes. Damit kannst du das Ziel später ändern, ohne den Katalog neu zu drucken — und du siehst, wie oft gescannt wurde.
3. Denk an das Ziel, nicht an den Code. Die Seite dahinter muss am Handy funktionieren. Ein Scan, der auf einer nicht mobilen Website landet, ist verlorene Aufmerksamkeit.
4. Ein Code pro Zweck. Nur so weißt du hinterher, welche Seite gewirkt hat.
Was heißt das für deinen nächsten Katalog?
Um auch in Zukunft ein effizientes Verkaufswerkzeug zu sein, braucht der Reisekatalog nicht nur ein zeitgemäßes Design, sondern inhaltlich und technisch neue Funktionen. Er sollte dich bei der Ansprache neuer Kunden und beim Sammeln von E-Mail-Adressen unterstützen — und deinen Kunden eine einladende, leicht zu begehende Brücke zu deinen digitalen Angeboten bieten.
Ich behaupte: Der Reisekatalog ist nicht das Auslaufmodell, für das er gehalten wird. Er ist nur das einzige Werkzeug in deinem Marketing, das bisher niemand gemessen hat. Wer ihn messbar macht, muss die Diskussion über seine Kosten nicht mehr aus dem Bauch führen.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein gedruckter Reisekatalog überhaupt noch? Ja — gerade in der Bustouristik. Laut BTE/DWV-Wanderstudie 2024 ziehen nur 33 % der Wandernden ihre Inspiration aus digitalen Medien. Die Frage ist nicht, ob gedruckt wird, sondern ob der Katalog messbar ist.
Wofür eignet sich ein QR-Code im Reisekatalog am besten? Für die Newsletter-Anmeldung. Sie kostet den Leser zwanzig Sekunden und bringt dir einen Kontakt, der dir dauerhaft gehört — unabhängig von Plattformen und Algorithmen.
Brauchen ältere Reisegäste eine App zum Scannen? Nein. Aktuelle Smartphones lesen QR-Codes direkt über die Kamera, ohne Zusatz-App. Ein kurzer Hinweis im Katalog „Kamera öffnen und auf den Code halten“ nimmt die letzte Unsicherheit.
Wie messe ich, ob die Codes genutzt werden? Über dynamische QR-Codes, die Scans zählen, und über eigene Zielseiten je Code. So siehst du, welche Reise und welche Katalogseite tatsächlich Reaktionen ausgelöst haben.
Wann wurde der QR-Code erfunden? 1994 vom japanischen Unternehmen Denso Wave, ursprünglich zur Bauteilverfolgung in der Automobilproduktion. „QR“ steht für Quick Response.
Bustouristische Grüße
Gerhard
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