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Bustouristik-Blog

Teil 1 - Digitales Marketing: 7 Fragen aus der BusPraxis

Aktualisiert: 26. Aug.

Vorab, die gute Nachricht: wir sind nicht allein. Nicht nur für uns in der Busbranche ist es schwierig, 'Onlinemarketing' oder 'Digitales Marketing' gut und aktuell zu beschreiben. Kaum verwunderlich, zumal es eine recht junge und sich rasch weiterentwickelnde Form der Werbung ist.


Nochmals eine Stufe schwieriger ist es, zu entscheiden, wie viel Bedeutung, wie viel Zeit und Budget man in seinem Busunternehmen diesem Bereich tatsächlich widmen soll. Speziell Social Media, ganz ehrlich, wenn man es ernsthaft betreibt, verschlingt es einiges an Zeit. Für die Sichtbarkeit und Kundenbindung ist es ohne Zweifel gut, aber wie viele Buchungen bringt dir der Aufwand wirklich?


Oder der Newsletter.... In vielen Unternehmen ohnehin ein ungeliebtes 'Problemkind". Solltest du in deinem Busunternehmen wirklich noch einen Newsletter produzieren? Wo ja bei jedem von uns der E-Mail-Eingang jetzt schon voll mit ungeöffneten/ungelesenen Newslettern ist?




1. Was ist 2023 neu im digitalen Marketing für die Busbranche?



Der digitale Trend geht weiter zu mehr Visualisierung und noch mehr Social Media.


Mit Bildern und Videos von deinen Bussen, natürlich von den Reisezielen, aber auch von dir und deinen Mitarbeitern, wirst du das Reisepublikum heuer noch erfolgreicher ansprechen können. Das versprechen Auswertungen des Nutzerverhaltens. Dort, wo es passt, kannst du auf jeden Fall statt langer Beschreibungen auch mal Bilder sprechen lassen.


Speziell kurze, authentische Videos, haben in der Busbranche noch Potential. In der Fülle der zahllosen Werbebotschaften vermitteln sie einen echten, glaubwürdigen Eindruck. Für deine (potentiellen) Reisekunden, von denen eine überwiegende Mehrheit die Online-Inhalte deines Busunternehmens am Handy erkundet, sind kurze Videos überall und einfach zu konsumieren.


Social Media wird 2023 noch wichtiger. Es wird das Volumen der Social Media Inhalte in der Busbranche insgesamt zunehmen. Alleine deshalb, aber auch durch den Algorithmus der Social Media-Plattformen, der entscheidet, welche Beiträge wie viel Reichweite bekommen, wirst du mit bloßer Reisewerbung auf Facebook und Instagram immer weniger Personen deines Reisepublikums erreichen. Wichtig ist also, deine Beiträge so zu gestalten, dass sie eine gute organische Reichweite erzielen - und dann - den Reiseinteressierten im Beitrag eine direkte Kaufoption zu bieten. In der Regel wird das ein Link zur Website sein, wo die Reise gebucht werden kann.




2. "Digitales Marketing? Unser echtes Problem sind die fehlenden Buslenker!!!"

Ok, so nutzt du digitales Marketing, um Bewerbern den Erstkontakt zu vereinfachen.


Dass die Digitalisierung in jedem Busunternehmen angekommen ist und immer wichtiger wird, ist unbestritten. Trotzdem sind Bewerber bei Busunternehmen mit veralteten Bewerbungsprozessen konfrontiert und in vielen Fällen vermutlich auch abgeschreckt. Doppelt bitter ist das beim aktuellen Buslenker:innenmangel.


Es bringt dich leider auch nicht wesentlich weiter, wenn du mit deinem Busunternehmen den "modernen" Weg gehst und auf Facebook wirbst, wenn dann ein Bruch im Bewerbungsprozess folgt. Was ist damit gemeint: In der Regel wird dein potentieller künftiger Buslenker deine Anzeige am Smartphone entdecken. (Davon darf man ausgehen, da deutlich über 90% der Nutzer mobil auf Facebook unterwegs sind.) Angenommen, er ist nicht uninteressiert an der ausgeschriebenen Stelle. Aber was jetzt von ihm gefordert wird, kann er am Smartphone beim besten Willen nicht erledigen:"Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte an...". Das ist der Bruch im Bewerbungsprozess. In der Situation hätte er Interesse gehabt, sich zu bewerben. Aber der vom Unternehmen vorgegebene Weg verhindert das (in seiner aktuellen Situation zumindest).



Ich behaupte, ein kurzes Online-Formular, das er sofort am Handy ausfüllen kann, tut es auch.


Mit den wichtigsten Eckdaten bzw. Fragen - Hauptsache, der Kontakt ist hergestellt zwischen dir als Busunternehmer und dem Interessenten an der ausgeschriebenen Stelle. In einem 5-minütigen Telefonat lässt sich dann schnell klären, ob ein persönliches Vorstellungsgespräch Sinn macht oder nicht.


Aber bitte erspare es interessierten Bewerbern, sich zum PC setzen zu müssen und dort eine Bewerbung rein zu tippen. Ich vermute, die Hürde ist riesig. Ich zumindest kenne nicht wirklich Buslenker, die gerne mehrseitige, korrekt formulierte Schriftstücke verfassen. Wozu auch? Hat die Fähigkeit, ein gutes Bewerbungsschreiben auszuformulieren, etwas damit zu tun, ob man ein fähiger, bei den Reisegästen beliebter Buslenker ist?


Das vorgeschlagene Online-Formular kannst du natürlich auch nutzen, wenn du deine Anzeige im Print schaltest. Dann verwende einen rasch einzutippenden Kurzlink - oder noch besser - einen QR-Code.


Jobangebote und die Herangehensweise bei der Mitarbeitersuche müssen sich verändern. Dann bleiben Busunternehmen wettbewerbsfähig.




3. Social Media verschlingt Zeit. Aber was bringt es?

So kannst du den Nutzen von Social Media für dein Busunternehmen messen.


Ein ansprechendes Social Media Profil wirkt sich positiv auf das Image deines Busunternehmens aus, zieht Reisekunden an und führt schlussendlich zu Buchungen.


So sagt man. Und so hofft man. Doch woher weißt du wirklich, ob die Zeit, die du oder deine Mitarbeiter investieren, um auf Instagram oder Facebook von der letzten Reise oder vom neuen Bus zu posten, gewinnbringend eingesetzt ist?


Besser als ein gutes Bauchgefühl wäre natürlich eine nachvollziehbare Erfolgskontrolle. Einige Kennzahlen helfen dir, das Ergebnis deiner Investition in Social Media messbar(er) zu machen.


KENNZAHL 1: Wie schnell gewinnst du neue Follower?


Fix ist: die deutlich überwiegende Mehrheit des Zielpublikums deines Busunternehmens nutzt eines der sozialen Netzwerke. Die meisten davon Facebook. Und wenn du hörst, dass Facebook "out" ist und Nutzer verliert, dann ist das richtig für junge Menschen, aber falsch für deine Zielgruppe. Die Anzahl der Personen, die Busreisen machen oder dafür in Frage kommen auf Social Media wächst. Also solltest du mit deinem Busunternehmen auf z.B. Facebook mindestens genauso schnell wachsen. Wenn du nämlich nicht jeden Monat im selben Ausmaß 'mitwachsen' kannst, wird dein Anteil am Kuchen kleiner. Logisch, oder?


Somit ist die Wachstumsrate deiner Seite (die Zahl neuer Follower) eine wichtige Kennzahl, an der du den Erfolg deiner Social-Media-Arbeit messen kannst.


So geht's (egal, welche Social-Media-Plattform du nutzt):


Du notierst 1x pro Monat an einem von dir gewählten Stichtag die Zahl Follower. Die Zahl der hinzugekommenen Follower seit dem letzten Stichtag dividierst du durch die Gesamt-Followeranzahl und multiplizierst das Ergebnis mit 100. Dein Ziel sollte zumindest ein 1%-iges Wachstum pro Monat sein, dann bist du mit dabei. Ein engagiertes Ziel ist 2 %. Damit liegst du über dem Durchschnitt und dein Anteil am Kuchen wird größer.


KENNZAHL 2: Wie positiv, interessiert reagieren die Menschen auf deine Beiträge?


Viele Follower sind gut. Wie interessant und relevant das für diese ist, was du als Busunternehmen auf Social Media so produzierst, kannst du an der Interaktionsquote ablesen. Die nächste Stufe auf der Treppe vom Follower hin zum Reisegast, ist das Interagieren mit deinen Beiträgen, sprich das Liken, Kommentieren und das Teilen deiner Posts. Der zusätzliche Vorteil einer hohen Interaktionsrate ist, dass du vom Algorithmus mit Reichweite belohnt werden. Das bedeutet, dass deine Beiträge deutlich mehr potentiellen Reisekunden angezeigt werden, ohne dass du Geld für Werbeanzeigen in die Hand nehmen musst.


Berechnung der Kennzahl: Addiere die Anzahl der Gefällt-mir-Angaben, der geteilten Beiträge und der Kommentare über einen gewissen Zeitraum. Teile diese durch die Gesamtzahl deiner Follower auf der jeweiligen Plattform und multipliziere das Ergebnis wiederum mit 100. Das ergibt die Interaktionsrate in Prozent. Schneller geht's mit einem Klick auf die Beitrags-Insights oder die Statistiken der jeweiligen Plattform.


Grafik: Ein Kundenbeispiel von heute, 26.01.2023 mit einer sehr hohen Interaktionsrate eines Facebook-Beitrags.



KENNZAHL 3: Wie viele Reisebuchungen erreichst du durch Social Media?


Stichwort ist hier die 'Conversion', also die "Umwandlung" deines Followers auf Instagram, Facebook etc. in einen buchenden Reisekunden. Etwas diffiziler ist es, aber bei entsprechenden technischen Voraussetzungen möglich, den Weg deines Followers bis hin zur tatsächlich getätigten Reisebuchung zu verfolgen und diese Quoten zu messen.


Einfacher und für jedes Busunternehmen möglich ist es hingegen, zu messen, wie viele Personen von deinem Social-Media-Beitrag direkt zur Reisebuchungsseite auf deiner Homepage gelangen. Immerhin ein sehr wesentlicher Schritt.


Und so geht's: Die 'Conversion rate', also die Umwandlungsquote mit der ein Betrachter deines Social-Media-Beitrages zum Besucher der Reisebuchungsseite auf deiner Homepage wird, kannst du messen, indem du einen direkten Link in dein Posting einbaust. Da die URL manchmal lang ist (https://www..../..../), kannst du den Link durch eine verkürzte URL ersetzen. In den Insights (unten stehend wieder am Facebook-Kundenbeispiel) kannst du ablesen, wie viele Personen durch dein Posting zu deiner Reisebuchungsseite gelangt sind.



Wie oben erwähnt, ist es auch möglich zu messen, wie viele der 29 Websitebesucher (Bsp. oben) dann tatsächlich gebucht haben. Dazu braucht es aber Tracking-Tool wie beispielsweise Google Analytics und natürlich die Möglichkeit zur Buchung auf deiner Website.


Hinweis: Die Fragen 4 bis 7 sind Inhalt des kommenden Blog-Beitrags.




Mein Angebot

Zu allen Themen in diesem Blogbeitrag stehe ich deinem Busunternehmen gerne tatkräftig zur Seite. Entweder durch Erstellung von Inhalten, strategisch beratend oder schulend für dich und deine Mitarbeiter.


Am besten, wir reden einfach bei Gelegenheit.




Bustouristische Grüße

Gerhard



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